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Lernwerkstatt

Arbeitsbänke mit Werkzeugen, JPG, 10.0 KB
Arbeitsbetrieb

Maßnahme für Strafgefangene

 

Projekt: Lernwerkstatt Arbeit mit der Sozialtherapeutischen Abteilung

Die Maßnahme wird durch den Senator Wirtschaft, Arbeit und Häfen
aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Der Vollzug ist seit dem Jahr 2000 Partner im Chance-Netzwerk zur Verbesserung der schulischen und beruflichen Situation von Strafgefangenen (und Strafentlassenen) sowie der sozialen und beruflichen Eingliederung. In diesem Rahmen sind eigene Projekte durchgeführt worden (z. B. Recycling). In Projekten aus anderen Förderlinien war die Anstalt ebenso Partner.
In 2014 ist die Abteilung für Sozialtherapie eingeweiht worden. Hier werden Insassen mit spezifischen Problemlagen, die auch die berufliche Wiedereingliederung behindern, behandelt.

Kurzbeschreibung:

Das Projekt "Lernwerkstatt Arbeit" ist eine an die sozialtherapeutische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Bremen angebundene Maßnahme zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und der Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Die Maßnahme bietet hierbei ein Bündel bedarfsbezogener Aktivitäten für die Teilnehmer an. Umgesetzt werden Arbeitstraining, Sozialtraining, Grundbildung und Fortbildungen mit niedrigschwelligem, aber auch bedarfsbezogenem Zugang zum Arbeitsmarkt für die Teilnehmer – gerade auch angesichts der gegenüber dieser Personengruppe oftmals bestehenden besonderen Vorbehalte. Die Maßnahme hat das Ziel der Verbesserung der Voraussetzung für soziale Teilhabe (in Hinblick auf die Entlassung). Hierfür werden sowohl die Methodik der Arbeitstherapie, als auch Aktivitäten der Arbeitserprobung, als auch arbeitsmarktorientierte Einzelmaßnahmen umgesetzt.

Zielgruppe:

Zielgruppe des Projektes sind Inhaftierte der sozialtherapeutischen Abteilung der JVA (ggf. können bei Bedarf weitere Teilnehmer aus der Abteilung für besondere Betreuung und Behandlung, bei denen eine sozialtherapeutische Indikation besteht, einbezogen werden). Die Lebenssituation der Teilnehmer ist durch besonders schwierige Problemlagen gekennzeichnet, sie bringen eine Anhäufung von Vermittlungshemmnissen mit. Die Spannbreite reicht hier von mangelnden Arbeitskenntnissen - und -tugenden bis hin zu veralteten Qualifikationen und einer Arbeitsmarktferne.
Gerade für Insassen der Sozialtherapie kommt zu den Problemlagen das gesellschaftliche Stigma hinzu; es sind vor allem Insassen mit längeren (über 2 Jahre) Strafen aus dem Bereich der Gewaltdelikte und der Sexualdelikte. Hier herrscht eine ausgeprägte Ausgrenzung seitens des Arbeitsmarkts.

Projektziele:

Das Behandlungskonzept der Sozialtherapeutischen Abteilung ist stark geprägt durch einen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansatz. Mit dem Projekt Lernwerkstatt Arbeit wird eine Form der Tagesstrukturierung sowie ein deutlicher Bezug auf die Zeit nach der Entlassung - im Sinne der (Möglichkeiten der) Etablierung auf dem Arbeitsmarkt erreicht. Die Perspektive der beruflichen Integration wird systematisch in den Behandlungsplan eingebaut. Angesichts der unterschiedlichen Ausgangslagen der Teilnehmer (von keinerlei Arbeitserfahrung bis hin zu qualifizierter Fachtätigkeit) ist ein breites Maß an Angeboten in der Maßnahme notwendig (Von erstem Arbeitstraining über Arbeitserprobungen bis hin zu Übungsaufgaben (z.B. virtuelle Firma) bis hin zu in geeigneten Fällen gar zum Fernstudium). Die Mischung der Teilnehmer mit unterschiedlichen Bedarfen kann hier auch zu einer wechselseitigen Motivation führen.

Es ist eine Vollzeitmaßnahme für 12 Teilnehmer. Neben den praktischen Aktivitäten erfolgt bei Bedarf ein Training von Grundfertigkeiten in Lesen und Rechnen sowie ein Sozialtraining. Projektiert ist eine über das ganze Jahr durchgehende Teilnahme-Dauer.

Alle Teilnehmer unterliegen der Notwendigkeit einer starken therapeutischen Betreuung. Dieses wird zugleich durch ein beschäftigungsbezogenes Angebot ergänzt und verstärkt. Beschäftigungsfähigkeit soll wiederhergestellt und die Perspektive der beruflichen Wiedereingliederung deutlich gefördert werden. Die Klienten werden auf der Abteilung in ihrer Freizeit weiterhin die restliche Zeit der Woche vor allem Formen der Therapie/Behandlung absolvieren.

Die Zeit der Beschäftigung in der Maßnahme ist somit Teil des Behandlungskonzeptes der Sozialtherapeutischen Abteilung und wird von ihr gesteuert und laufend kontrolliert. Ein intensiver Austausch zwischen Maßnahmeleitung und Abteilung ist damit strukturell notwendig und gegeben.
Zugleich ist der Erfolg in der Maßnahme ein Kriterium für den Erfolg der Behandlung (der Arbeit der sozialtherapeutischen Abteilung).

Hier wird ein innovativer Weg gegangen, indem Beschäftigung und Therapie systematisch verzahnt und gemeinsam für den Gesamtprozess der Wiedereingliederung genutzt werden. Hierzu ist es ebenso notwendig, die Entwicklung und Überprüfung des Konzeptes angesichts der ersten Erfahrungen der praktischen Umsetzung zu leisten und ggf. anzupassen.

Die in der Maßnahme erstellten Produkte können käuflich erworben werden. Anfragen sind an die Mitarbeiter der Maßnahme zu richten.

Informationen erhalten Sie auch direkt von:

Herr Michael Brinkmann-Poser

Leiter Sozialtherapeutische Abteilung


Frau Gudrun Schierloh

Leiterin Projekte


Herr Mathias Steffen

Mitarbeiter Lernwerkstatt Arbeit