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Teilprojekt Diagnose Profiling Assessment (DPA)

diverse Holzspielzeuge, jpg, 8.8 KB

Systematische Betreuung von Straffälligen mit dem Ziel der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

 
CHANCE ist ein Projektverbund, der sich gezielt für die Integration und Betreuung von Straffälligen im Land Bremen einsetzt. Ziel ist die berufliche und somit auch soziale Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Die Umsetzung geschieht mit Hilfe verschiedener Qualifizierungsmaßnahmen und Beratungsangeboten wie auch deren Vernetzung.
Die Chance Maßnahmen werden gefördert aus Mitteln des europäischen Sozialfonds.

Teilprojekt Diagnose Profiling Assessment - DPA

Kurzbeschreibung:

Die Maßnahme DPA steht bei Inhaftierten mit unklaren Kompetenzen am Anfang des oben beschriebenen Förderkorridors und dient der Feststellung von handwerklich motorischen Fähigkeiten bei besonders förderintensiven Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bremen. Die Inhaftierten werden in der JVA Bremen eigenen Werkstatt getestet und qualifiziert. Die Kurse dauern jeweils 2 Monate, je Kurs nehmen 9 Inhaftierte teil (Männliche Strafhaft). Neben praktischer Arbeit mit Holz und Metall gehören ebenso Tests und Bewertungen durch den Maßnahmeleiter zur Maßnahme. U. a. erfolgt der hamet2 Test. Nach dieser Beurteilung werden die Teilnehmenden, entsprechend ihrer Talente und Möglichkeiten, in die unterschiedlichen Qualifizierungsbereiche der JVA Bremen (Tischlerei, Bäckerei, Küche, Metallverarbeitung, Müllrecycling, Landschaftspflege, Reinigung, Produktionshelfer, Bauunterhaltungsbetriebe) vermittelt.

Zielgruppe:

Zielgruppe der Maßnahme sind Inhaftierte mit multiplen Problemlagen, die noch keine oder nur wenig Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt haben oder aus gesundheitlichen Gründen in ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld nicht mehr eingesetzt werden können und daher eine Beurteilung der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse benötigen.

Zielsetzung:

Das vorrangige Ziel der Maßnahme ist die Erfassung von arbeitsmarktrelevanten handwerklichen Fähigkeiten. Die Teilnehmenden lernen einen realistischen Blick für eigene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu entwickeln. Ein gesundes Selbstbewusstsein soll, im Gegensatz zu Selbstüberschätzung oder dem Gefühl von Minderwertigkeit, gefördert werden. Zudem soll die Maßnahme den Teilnehmern eine Vorstellung ihrer beruflichen Möglichkeiten geben und sie an das alltägliche Arbeitsleben gewöhnen.

Methode:

Die Feststellung des Wissensstandes und der jeweiligen Fähigkeiten der Teilnehmenden erfolgt mit dem hamet2 Test. Dieser besteht aus unterschiedlichen Eignungstests, die die handwerklich-motorischen Eignungen erfassen. Ermittelt werden sowohl schulische und soziale Stärken als auch berufliche Basiskompetenzen, Lernfähigkeit und vernetztes Denkvermögen.
Eine besondere Rolle in der Vermittlung der gewünschten Fähigkeiten spielt die praktische Arbeit in der Werkstatt. Dort werden nicht nur handwerkliche Fähigkeiten erlernt, sondern auch die Schlüsselqualifikationen, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt unumgänglich sind. Durch die Arbeitspraxis werden also u. a. Teamgeist, Fleiß, Pünktlichkeit und das Annehmen von Hierarchien eingeübt. Qualifikationen, welche nicht nur im beruflichen Alltag unbedingt notwendig sind.

Durch die eigene Herstellung von Holzprodukten wie z.B. Bänken, Tischen, Puppenstuben und weiteren Holzspielsachen wird besonders das Selbstbewusstsein gefördert. Des weiteren werden Metallprodukte hergestellt. Die hergestellten Produkte werden zudem an gemeinnützige Einrichtungen wie z.B. Kindergärten, Kirchengemeinden und Mütterzentren gespendet. Aus der Freude und Dankbarkeit der Beschenkten gewinnen die Teilnehmer, oft zum ersten Mal, das Gefühl der Anerkennung und Würdigung. Auch dies trägt zur Stärkung des Selbstbewusstseins, der Lernkompetenzen und der Arbeitsmotivation bei.

Informationen bekommen Sie auch direkt von:

Frau Gudrun Schierloh

Leiterin Projekte


Herr Michael Lehmann

Maßnahmenleiter DPA