Die Untersuchungshaft ist ein Haft-Haus mit 100 Haftplätzen für erwachsene, männliche Untersuchungsgefangene. Sie ist in vier Vollzugsgruppen mit je 25 Haftplätzen untergliedert. Die Vollzugsabteilung 1 ist als Aufnahmestation für alle erwachsenen, männlichen Gefangenen der JVA Bremen konzeptioniert, die anderen drei Vollzugsgruppen dienen allein der Betreuung von Untersuchungsgefangenen.
Untersuchungsgefangene verbleiben in der Regel bis zur Rechtskraft des Urteils in der Untersuchungshaft. Soweit im Laufe des Verfahrens Haftgründe nicht mehr aufrechterhalten werden können, hebt das Gericht den Haftbefehl in Einzelfällen auch schon vorher auf, die Insassen sind dann sofort zu entlassen.
Die Vollzugsgruppen bieten Platz für jeweils 25 Gefangene, verteilt auf 21 Einzelhafträumen und 2 Doppel-Gemeinschafts-Hafträumen, wobei jeweils ein Gemeinschaftshaftraum behindertengerecht erbaut wurde.
Jeder Haftraum verfügt über einen separaten Sanitärbereich und ist mit einem Bett, einem Stuhl, einer Regal-Tisch-Kombination, einem Kleiderschrank, einem Kühlschrank so wie ein Multimediasystem, welches die Möglichkeiten der Nutzung des Fernseh- und Radioempfanges und des Telefonierens ermöglicht, soweit es vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft genehmigt ist.
Einmal die Woche wird Sport angeboten, in den Sommermonaten im Freien und in den Wintermonaten in der Halle.
Durch die Sozialdienstmitarbeiter*innen wird nach Möglichkeit einmal wöchentlich eine Kreativzeit angeboten.
Durch die Anstaltsseelsorger wird für jede Vollzugsgruppe einmal pro Monat eine Gesprächsgruppe angeboten, sowie alle 14 Tage der Gottesdienst.
Des Weiterem stehen den Gefangenen auf jeder dieser Vollzugsgruppen folgende Funktionsräume zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung:
Ein Gruppenraum, ausgestattet mit einem Kicker-Tisch, einer Darts-Scheibe, einem Fitnessgerät sowie einem Regal mit Büchern.
Eine Küche, in der die Insassen kochen können und in der einmal am Tag die Verpflegung für die Insassen ausgegeben wird.
Ein Wäscheraum, in dem die Insassen die Möglichkeit haben, ihre Privatwäsche einmal wöchentlich durch den Stationswäscher waschen und trocknen zu lassen.
Die Insassen haben zwei Mal im Monat die Möglichkeit, Dinge des alltäglichen Lebensbedarfs einzukaufen. Die Höchstgrenze des Einkaufs liegt zurzeit bei 90 € vom Eigengeld. Vor dem Einkauf wird ein Bestellzettel vom Insassen ausgefüllt, dieser wird dann dem Kaufmann durch die Anstalt zugesandt. Die Waren werden dann frei Haus geliefert und durch die Angestellten des Kaufmanns an die Insassen übergeben. Diese müssen sodann den Empfang quittieren.
Für die Untersuchungsgefangenen werden auch in begrenztem Maße Arbeitsplätze angeboten.
Bis zu 15 Insassen können, je nach Auftragslage, im Stücklohn eingesetzt werden.
An Schulmaßnahmen können die Gefangenen ebenfalls teilnehmen, soweit zu erwarten ist, dass die Haftdauer zur Absolvierung der Kurse hinreicht.
Darüber hinaus stehen acht interne Arbeitsplätze als Hausarbeiter und Wäscher zur Verfügung.
Gerne schildern wir Ihnen beispielhaft einen möglichen Tagesablauf: