Das Ziel der Behandlung und Betreuung in der Vollzugsabteilung 22 ist es, die Gefangenen dazu zu motivieren an ihrer Behandlung mitzuarbeiten, sowie den Ausbau der sozialen Kompetenzen zu fordern und zu fördern.
Die Vollzugsabteilung (VA) 22 ist zuständig für Gefangene, die motiviert werden müssen, an ihren im Vollzugsplan festgelegten Zielen zu arbeiten. Weiterhin werden Gefangene in der VA 22 aufgenommen, für die ein Ausbau der sozialen Kompetenzen von Nöten ist, um ein vollzugskonformes Verhalten zu erlernen und zu festigen. Die Gefangenen werden darauf vorbereitet, sowohl inner- als auch außerhalb der Haft ein Leben zu führen, das den Werten und Normen der Gesellschaft entspricht. Es erfolgt die Vorbereitung, künftig ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu führen. Aufgenommen werden außerdem Gefangene, die keiner anderen spezialisierten Abteilung zugewiesen sind.
In der VA 22 sind zum überwiegenden Teil Gefangene untergebracht, die keine der Behandlungsvoraussetzungen der weiteren Strafhaftabteilungen erfüllen. Neben der Überwachung der Gefangenen besteht ein großes Mitteilungsbedürfnis.
Nachfolgend stellen wir Ihnen die Angebote für Gefangene vor.
Beim Sozialen Kompetenztraining handelt es sich um eine gruppenbezogene Bildungsmaßnahme, für Gefangene der Vollzugsabteilung 22, im geschlossenen Erwachsenenvollzug der JVA Bremen.
Ziel des „Sozialen Kompetenztrainings“ ist es, den Ausbau von Wissen, Motivation und sozialen Kompetenzen durch gezielte Auseinandersetzung mit spezifischen Themenschwerpunkten zu fördern. Neben der gemeinsamen Wissenskumulierung findet die Reflexion der Gruppe durch den Austausch der Erfahrungen des Einzelnen in den jeweiligen Themenbereichen statt. Eine konstruktive Diskussion über ähnliche Erfahrungen trägt hier neben der Entlastung zur Förderung der Empathie und zu alternativen Perspektiven bei. Dabei wird auch der kritische Bezug zu den erfolgten Straftaten und der verbundenen Delinquenz thematisiert. Die Gruppenmitglieder erhalten in diesem Rahmen die Möglichkeit, von den Erfahrungen der anderen zu lernen, neue Strategien zu entwickeln, soziale Kompetenzen in einem geschützten Raum zu üben, um die Fokussierung und Verbesserung von Vollzugs- und Lebenszielen, Resozialisierung und Legalbewährungschancen zu erwirken.
Der Abschluss wird als erfolgreich angesehen, wenn eine stetige und aktive Mitarbeit, ggf. eine erkennbare Verhaltensänderung, ein gezeigtes Interesse und das Einhalten der gemeinsam aufgestellten Gruppen- und Gesprächsregeln beobachtet werden kann. Nach erfolgreicher Teilnahme erhält jeder Insasse eine Teilnehmerbescheinigung, die auch zur Gefangenenpersonalakte verfügt wird. Ebenfalls wird das gelungene Absolvieren der
Maßnahme in den Vollzugsplanfortschreibungen festgehalten.
Den Teilnehmern wird die Möglichkeit zu gegeben, die Probleme und Sorgen, die durch die Haft entstehen, mit anderen Gefangenen zu besprechen und mögliche Lösungsansätze zu finden und zu üben. Auch sollen die Teilnehmer ein neues Verhaltensrepertoire durch Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen und Kenntnisse der Kindesentwicklung erlernen. Die Inhaftierten sollen sich durch die Teilnahme an dem Training ihrer Rolle als Vater „außer Haus“ bewusst werden und Handlungsstrategien erlangen, wie sie sich trotz Entfernung zur Familie einbringen können ohne hierbei patriarchalisch zu handeln.
Die Maßnahme besteht aus Gruppentreffen alle zwei Wochen, sowie einem Familientreffen alle 6 Wochen. In den Gruppentreffen werden die Probleme der Teilnehmer besprochen und nach Lösungen gesucht, und diese geübt, es werden alte Verhaltensweisen bewusstgemacht, Schwierigkeiten aufgezeigt, Ressourcen und Schwächen erarbeitet, und neue Verhaltensmöglichkeiten besprochen; zudem werden die Familientreffen vorbereitet. In den Familientreffen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, strukturiert Zeit mit ihren Kindern außerhalb des Langzeitbesuchs zu verbringen.
Unter der Leitung einer Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes hat sich ein Gefangenenchor formiert. Die ca. 10 Teilnehmer proben in unregelmäßigen Abständen und studieren überwiegend Lieder von deutschen Interpreten ein.
Unter der Leitung einer Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes findet einmal monatlich eine Backgruppe statt. Die Gruppe soll dem Ausbau sozialer Kompetenzen und gemeinschaftlicher Zusammenarbeit dienen. Das Erlernen von Fähigkeiten wie unter anderem die Augen-Hand-Koordination wird bei den Abläufen trainiert. Ebenso lernt man beim Backen, dass es auch dort gewisse Regeln gibt (u. a. Reihenfolgen und Maße beachten, Geduld beweisen) denen man folgen muss, um am Ende das gewünschte Ergebnis zu erhalten.